ART ALARM 16 * Uno Art Space – Ute Noll

Min Bark, Byung Chul Kim
Heimat ist die Fremde

27.09.2015 – 07.11.2015

Byung Chul Kim (Detail), 2015
Byung Chul Kim (Detail), 2015
Byung Chul Kim (Detail), 2015
Byung Chul Kim (Detail), 2015
Min Bark (Detail), 1979
Min Bark (Detail), 1979
Min Bark (Detail), 1979
Min Bark (Detail), 1979

Begrüßung: 12 Uhr, Petra von Olschowski – Rektorin SADBK Stuttgart

Die Galerie UNO ART SPACE freut sich, das erste Mal beim Galerienrundgang des Art Alarm dabei zu sein und zeigt in der Heimat ist die Fremde betitelten Ausstellung Werke von Min Bark, Stuttgart, und Byung Chul Kim, Berlin.

Min Bark (geb. 1979 in Seoul) und Byung Chul Kim (geb.1974 in Seoul) schöpfen für ihre Kunst aus persönlichen Erfahrungen und arbeiten an universellen Themen wie Herkunft, Identität und Zugehörigkeit. Die Koreanerin Min Bark ist im Alter von zwei Jahren von ihrer deutschen Familie adoptiert worden. Der Koreaner Byung Chul hat 2004 sein Land verlassen, um in Deutschland zu leben. Bark und Kim haben beide, wenn auch zu unterschiedlichen Zeiten, bei Prof. Christian Jankowski studiert, Professor für Bildhauerei, Installation, Performance und Video an der Kunstakademie Stuttgart.

Min Bark ist von ihrer koreanischen Kindheit nichts geblieben als ein schmaler Ordner mit offiziellen Dokumenten und Fotografien. Ihr jüngstes Werk transferiert ihr 35 Jahre altes Passbild vom 24. Mai 1981 in Öl. Es zeigt Min Bark auf einer 2,40 m x 2,40 m Leinwand überdimensioniert groß, so wie sie damals für das Passbild von der Polizei fotografiert und als Inhae Bark registriert wurde mit der Nummer K81-1736 und dem Geburtsdatum 29.8.81. Zuvor hatten Passanten das Mädchen in einer Gasse hinter einem Gasthaus gefunden. Dieser dramatische Moment ist in Kim Barks Leben ein Wendepunkt , der sich in diesem Polizeibild widerspiegelt und Kim Bark ihr Leben lang prägt. Zugleich ist er verbunden mit der Unmöglichkeit der Erinnerung und dem Verlangen Barks, ihr dennoch eine Form zu geben. Die erratischen Muster auf der Leinwand werden zu einem eigensinnigen Stellvertreter für Heimatlosigkeit im Selbstbild.

Byung Chul Kim hat das Anderssein in Deutschland selbst erlebt. Der mühsame Prozess, sich in eine kulturell fremde Gesellschaft zu integrieren, beschäftigt ihn in seiner jüngsten künstlerischen Arbeit, einer Serie von Zeichnungen. Referenzen aus der Biologie bringt er, teils fotorealistisch, auf alle Fälle jedoch poetisch aufs Papier. Mit Parasiten, Pilzen und Insekten schafft er Gleichnisse, die das unerwünschte Eindringen in eine geschlossen empfundene Lebenswelt darstellen. Auch wenn seine Zeichnungen filigran und leicht wirken, bei näherer Betrachtung offenbaren sie verstörende Inhalte und selbstironische Schriftzüge: „Ich hoffe, ich bin ein netter Parasit“. 

Uno Art Space – Ute Noll

Eröffnung:

Samstag, 26.09.2015, 11:00 Uhr


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